atypisch stille Beteiligungen

Werden dem stillen Gesellschafter so umfangreiche Vermögens- und Kontrollrechte eingeräumt, dass er als Mitunternehmer im Sinne des § 15 I 1 Nr. 2 EStG gilt, spricht man von einer atypisch stillen Gesellschaft. Der atypisch stille Gesellschafter ist nicht nur am Gewinn und Verlust, sondern zusätzlich am Vermögen der Gesellschaft beteiligt, einschließlich des Anlagevermögens, der stillen Reserven und ggf. des Geschäftswerts. Vertraglich kann er auch für Verluste über die Höhe seiner Einlage hinaus haftbar gemacht werden. Er hat gewisse Mitsprache- und Kontrollrechte. Steuerlich erzielt er als Mitunternehmer Einkünfte aus Gewerbebetrieb (§ 15 Abs. 1 Nr. 2 EStG).
Die Beteiligung eines atypisch stillen Gesellschafters an einer GmbH führt bei dieser zu Steuervorteilen bei der Gewerbesteuer. Die GmbH in Verbindung mit einer atypisch stillen Beteiligung wird gewerbesteuerlich praktisch wie eine Personengesellschaft behandelt, d. h. Freibetrag und Staffelung kommen zum Ansatz (seit 2008 keine Staffelung mehr).
(© Quelle wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Stille_Gesellschaft#Atypisch_stille_Beteiligung)

CONAV-Expertentipp:
Oftmals ist diese Beteiligungsform in der Vermögensschadenhaftpflicht nicht enthalten. Beim Wechsel der VSH-Police ist daher immer wichtig zu beachten, ob der Versicherungsschutz für das Risiko weiter besteht bzw. die Nachhaftung übernommen wird.